2. Rückkehr nach Wien

2. Rückkehr nach Wien

Im September 1858 kehrte Gasser nach seinen großen Erfolgen im deutschen Speyer nach Wien zurück. Er hoffte auf breite Anerkennung, wurde jedoch zunächst mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage für kirchliche Kunst konfrontiert.

Meisterwerke am Stephansdom

Unmittelbar nach seiner Rückkunft wurde er für den Apostelchor des Stephansdoms tätig. Er schuf die Statuen von Johannes dem Evangelisten, dem Apostel Andreas sowie das Standbild des Jakobus Major. Zudem stammen die vier Evangelisten in den Pfeilernischen der Westkapellen von seiner Hand.

Das Grabmonument für Klemens Maria Hofbauer

1859 unterzeichnete Gasser den Vertrag für das überlebensgroße Grabmonument für Klemens Maria Hofbauer (Maria am Gestade). Es gilt als das erste Werk, bei dem er seine meisterhafte Behandlung des Marmors voll entfalten konnte.

Altlerchenfelder Kirche & Priesterseminar

Trotz persönlicher Krisen und Preisverfalls schuf er zwischen 1859 und 1863 bedeutende Werke für die Altlerchenfelder Kirche:

  • Vier Portalstatuen: Die Heiligen Severin, Koloman, Maximilian und Leopold.
  • Strebepfeiler-Figuren: Die Heiligen Laurentius, Johann Nepomuk und Augustinus.
  • Innenraum: Eine Maria mit Kind sowie „Christus als Sämann“ für die Kanzel.
  • Priesterseminar: Eine sitzende Muttergottes mit dem Jesuskind (ehem. k.u.k. Waisenhaus).

Obwohl er künstlerisch auf dem Höhepunkt stand, bezeichnete Gasser diese Jahre als „keineswegs beneidenswert“.