Sakralplastik: Votivkirche Wien & Linzer Dom
Die Rückkehr zur Sakralplastik
Zwischen 1862 und 1885 kehrte Josef Gasser zur religiösen Kunst zurück und prägte zwei der bedeutendsten Kirchenbauten der österreichischen Monarchie maßgeblich.
Die Wiener Votivkirche
Gasser schuf für die Votivkirche ein monumentales Ensemble:
- Außenbau: Die prächtige Marienkrönung mit den neun Engelschören über dem Hauptportal.
- Reliefs (1874-1877): Darstellungen der Verkündigung, Geburt, Bergpredigt, Kreuzigung und Auferstehung.
- Hochaltar: Modelle für den Salvator und die Engel sowie die Retabelfiguren der Namenspatronen der Stifter (u.a. Maximilian von Lorch und Carl Borromäus).
Der Linzer Mariendom
Im Linzer Dom war Gasser für die künstlerische Ausgestaltung des Kapellenkranzes verantwortlich:
- Er lieferte die Marmorstatuen für fünf Altäre, darunter Johannes der Täufer, der Hl. Josef sowie die Heiligen Katharina, Agnes und Barbara.
- Das beeindruckende Grabdenkmal für Bischof Franz Josef Rudigier im Neuen Dom stammt ebenfalls aus seiner Hand.
Monumente für Wien
Zum Abschluss dieser Phase (1879) schuf er zwei Herrscher-Darstellungen für die Fassade des Kunsthistorischen Museums in Wien: Rudolf von Habsburg und Karl der Große.
In diesen Werken erreichte Gassers sakrale Kunst ihren höchsten künstlerischen Reifegrad.