Bergtouren - Tauerntal

Bergtouren mitten im ursprünglichen Tauerntal

Gletscherweg Innergschlöß

Ausgangspunkt: Venedigerhaus Innergschlöß (1.691 m)
Anforderungen: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
Gehzeit: 4 - 5 Stunden

Vom Venedigerhaus gehen wir am südseitigen Ufer des Gschlößbaches taleinwärts. Nach 1/2 Stunde verlassen wir den breiten Fahrweg (der zur Materialseilbahn der Prager Hütten führt) links und passieren einen Felsen mit Bronzeinschrift „Gletscherweg Innergschlöß“. Es geht steil am Wasserfall, der vom Schlatenkees gespeist wird, hinauf zu einer schönen Bergtour im Tauerntal. Leicht seilgesichert und über einen serpentinenreichen Steig mit Holzbohlen erreichen wir nach etwa 1 ¼ Stunden, vom Venedigerhaus gerechnet, einen wiesenüberzogenen Moränenwall. Die meisten Höhenmeter haben wir nun schon geschafft und schlendern gemütlich hinüber zum Salzbodensee (2.137 m). Nicht mehr weit ist es zu einem der schönsten Plätze im Innergschlöß - dem „Auge Gottes“, das zumeist mit einer Wollgrasinsel bedeckt ist.

Von hier aus haben wir eine herrliche Aussicht auf das Schlatenkees und die Eisriesen um die „Weltalte Majestät“, den Großvenediger (3.662 m).

Nun beginnt der urtümliche Weg über die Gletscherschliffe und das Gletschervorfeld des Schlatenkees, des Venedigergletschers. Achtung: Bei Nässe unangenehm! Etwa 1 Stunde benötigen wir bis zur Abzweigung des Prager Hüttenwegs (links in Richtung Alte und Neue Prager Hütte, rechts hinunter ins Innergschlöß). In vielen Kehren gelangen wir hinunter zum Innergschlößer Talboden und zurück zum Venedigerhaus. Diese Tour ist einer der Höhepunkte im Gschlößtal!

Gletscherweg Innergschlöß - ©Rainer Pollack
Gletscherweg Innergschlöß - ©Rainer Pollack
Gletscherweg Innergschlöß - ©Rainer Pollack
Gletscherweg Innergschlöß - ©Rainer Pollack
Gletscherweg Innergschlöß - © r.gasser
Gletscherweg Innergschlöß - © r.gasser

Ochsnerwaldweg

Ochsnerwaldweg

Ausgangspunkt: Venedigerhaus (1.691 m)
Anforderungen: Leichte Almwanderung, festes Schuhwerk empfehlenswert (schmaler Pfad, nach Regen schmierig)
Gehzeit: 3 - 3,5 Stunden

Etwa 300 m nach dem Venedigerhaus zweigt nach rechts der 1980 eröffnete Ochsnerwaldweg ab. Er führt uns in vielen Kehren den staudenbewachsenen Berghang hinauf, wo zwischen Birkenstämmen immer wieder die Eisfelder des Schlatenkeeses durchschimmern. Bei kleinen Bächen und Zirbengruppen sind ab und an Rastbänke aufgestellt, damit wir bequem die gewaltige Bergumrahmung des Gschlößbodens betrachten zu können. Nach etwa 1,5 Stunden Gehzeit wird das Viltragental überschaubar, vor dessen Eingang der Steig links abbiegt und zur Talstation der Materialseilbahn zu den Prager Hütten hinunterführt. Auf dem breiten Talweg kehren wir mit vielen neuen Eindrücken ins Innergschlöß zurück.

Link zu dieser Tour
hikr.org

Neue Prager Hütte (2.796 m)

Neue Prager Hütte (2.796 m)

Ausgangspunkt: Venedigerhaus Innergschlöß (1.691 m)
Anforderungen: Bergtour, die gute Kondition und Trittsicherheit voraussetzt. Mit Altschneefeldern ist bis in den Hochsommer zu rechnen.
Aufstiegszeit: 3- 4 Stunden

Das wechselvolle Schicksal der Prager Hütten reicht zurück in das Jahr 1873. Unweit des heutigen Standorts der Alten Prager Hütte wurde der erste Bergsteigerstützpunkt an der Ostseite des Großvenedigers (3.662 m) geschaffen. Der Prager Johann Stüdl hatte anlässlich einer „Venedigerfahrt“ am 20. August 1871 die Idee, in den Südhängen des Vorderen Kesselkopfes eine Hütte zu errichten. Kurz nach der Fertigstellung wurde sie 1877 und 1923 von Lawinen zerstört und später auf dem heutigen Platz neu erbaut, war aber bald dem zunehmenden Touristenverkehr nicht mehr gewachsen. Ebenfalls war es Johann Stüdl, der einen Neubau vorschlug und auch den Standort aussuchte, der höher oben auf den Hängen des Inneren Kesselkopfes dem Großvenediger 1 Stunde näher gerückt war. 1902 begannen, hoch über dem Schlatenkees, die Bauarbeiten und schon 1904 wurde die Neue Prager Hütte an der Ostseite des Großvenedigers eingeweiht.

Vom Venedigerhaus taleinwärts gelangen wir auf dem breiten Weg bis zur zweiten Brücke (bei der ersten zweigt der Gletscherweg Innergschlöß ab) und über diese auf die andere Bachseite. Nun kurz gehen wir entlang des Viltragenbachs bis der Prager Hüttenweg beginnt. Der Steig windet sich die grünen Hänge des Vorderen Kesselkopfes empor. Mit ständig guter Sicht auf das Schlatenkees gewinnen wir schnell an Höhe. Kehrenreich und spürbar ansteigend kommen wir zur Alten Prager Hütte (2.489 m). Die Neue Prager Hütte (2.796 m) liegt etwa 1 Stunde höher und ist über Rasenrücken und Altschneereste zugänglich. Auf halbem Weg überschreiten wir den Abfluss des Eissees, der von der Hütte aus gut überschaubar ist.

Badener Hütte (2.600 m)

Badener Hütte (2.600 m)

Ausgangspunkt: Venedigerhaus Innergschlöß (1.691 m)
Anforderungen: Bergtour, die gute Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit voraussetzt.
Mit Altschneefeldern ist bis in den Hochsommer zu rechnen
Aufstiegszeit: 4 - 5 Stunden

Vom Venedigerhaus gehen wir am südseitigen Ufer des Gschlößbaches taleinwärts. Nach etwa 1/2 Stunde verlassen wir den breiten Fahrweg und passieren einen Felsen mit Bronzeinschrift „Gletscherweg Innergschlöß“. Wir folgen dem Gletscherweg und es geht steil am Wasserfall, der vom Schlatenkees gespeist wird, hinauf. Leicht seilgesichert erreichen wir nach etwa 1 ¼ Stunden, vom Venedigerhaus gerechnet, einen wiesenüberzogenen Moränenwall. Nun geht es gemütlich zu dem auf 2.137 m Höhe gelegenen Salzbodensee. Nicht mehr weit ist es ab hier zu einem der schönsten Plätze im Innergschlöß - dem „Auge Gottes“. Von hier aus hat man eine herrliche Aussicht auf das Schlatenkees und die Eisriesen um die „Weltalte Majestät“, den Großvenediger (3.662 m).

Am nächsten Wegweiser halten wir uns links (rechts zweigt der Gletscherweg Innergschlöß in Richtung Schlatenkees ab) und folgen der Markierung 921 auf dem Rudolf-Zöllner-Weg. Über die Randmoräne des Schlatenkeeses und einer seilgesicherten Stelle geht es ständig in Richtung Löbbentörl bergan. Das Löbbentörl ist eine der schönsten Flecken der östlichen Venedigergruppe und vermittelt außergewöhnliche Eindrücke (Anblick des Eissturzes vom Schlatenkees). Im Törl steht das Heldenkreuz der ÖAV-Sektion Baden bei Wien, dem „Schönste Altar Gottes“. Nachdem wir die Aussichten genossen haben, geht es steil hinunter in Richtung Lackenboden am Fuße der Kristallwand. Nach der Einmündung des Wildenkoglwegs in den Rudolf-Zöllner-Weg führt dieser unter einer überhängenden Felswand (mit Wasserfall vom Kristallwandkees herab) auf schmaler Rampe aufwärts (15 m Drahtseil). Es folgt eine lange Querung, dabei am nächsten Wasserfall vorbei (Drahtseil) zu einem begrünten Rücken (Felsblöcke). Nach diesem gehen wir wieder unter einer überhängenden Felswand (mit Wasserfall) entlang, dann mäßig aufwärts an einer Plattenwand zu einem grünen Rücken (große Felsblöcke). Um diesen hinüber in eine Wandbucht und dann mit einer seilgesicherten, ansteigenden Querung des Berghangs, erreichen wir die einladende Badener Hütte.

St. Pöltener Hütte über Alten Tauernweg

St. Pöltener Hütte über Alten Tauernweg

Ausgangspunkt: Matreier Tauernhaus (1.512 m)
Anforderungen: Mittelschwere Tour, die entsprechende Ausrüstung und Kondition erfordert
Aufstiegszeit: 3 Stunden

Vom Matreier Tauernhaus wandern wir auf dem breiten Fahrweg, der nach Innergschlöß führt, bis zu einer kleinen, unscheinbaren Abzweigung oberhalb der Wolgemutsalme, bei der ein Schild in Richtung St. Pöltener Hütte weist.

Hier beginnt der schmale Steig, der Alte Tauernweg, auf dem früher die Säumer mit ihren Pferden Waren über den Felbertauern „säumten“ und der teilweise noch mit Steinplatten ausgelegt ist. Nach etwa 10-minütigem Aufwärtsgehen durch den dichten Fichten- und Tannenwald, stehen wir am Alten Tauernwegkreuz, das inmitten der Kuhweide neben einem Jagdhäuschen steht. In unzähligen Kehren steigen wir anschließend steil gegen den Krammbühel hinauf. Nach etwa 1,5 Stunden erreichen wir das Zirbenkreuz (1.986 m) von wo aus sich uns der behäbige, breite Talboden der Blechwangalpe eröffnet. Links von uns rauscht der Tauernbach durch tief eingeschnittene Felsen hinab ins Tauerntal, um sich mit dem Dichtenbach und dem Gschlößbach etwas oberhalb der Wohlgemutsalm zu vereinigen.

Nicht weit vom Zirbenkreuz entfernt gelangen wir zu einer Wegkreuzung. Links geht es über einen Steg über den Tauernbach und weiter hinunter nach Außergschlöß, rechts leitet der Panoramaweg relativ eben hinüber zur früheren Venedigerblick-Bergstation. Wir aber laufen in das breite Trogtal hinein und nutzen als Orientierung die 380 kV-Leitung, die von Osttirol in den Oberpinzgau (Land Salzburg) führt. Bald sehen wir einen mächtigen Felsblock direkt an einem Leitungsmasten - den so genannten Göttlastoan (2.148 m). Nun geht es noch einmal recht steil hinauf. Rechter Hand, ziemlich am Talschluss, sehen wir den Weinbichl (2.545 m), den Alten Tauern (2.498 m), über den bis vor ca. 200 Jahren die Säumer gingen, und den herrlichen Aussichtsberg Hochgasser (2.922 m). Südlich grüßt der leicht ersteigbare Meßelingkogel (2.694 m). Auf dem letzten Boden vereinigen sich der Tauernweg und der St. Pöltener Westweg, der von der Neuen Prager Hütte kommt, um die letzte Viertelstunde gemeinsam zu verlaufen. Erst etwa 10 Minuten bevor wir die Felbertauernhöhe (2.481 m) erreichen, sehen wir die St. Pöltener Hütte, die schon so manchen Bergsteiger vor den stürmischen Tauernwinden geschützt hat.

St. Pöltener Hütte über Dreiseenweg

St. Pöltener Hütte über Dreiseenweg

Ausgangspunkt: Matreier Tauernhaus (1.512 m)
Anforderungen: Mittelschwere Tour, die entsprechende Ausrüstung und Kondition erfordert. Seilsicherung Weinbichl (Schwierigkeitsgrad I). Steile Schneefelder bis in den Sommer
Gehzeit: 5 - 6 Stunden

Vom Tauernhaus geht es ein Stück in Richtung Innergschlöß, bis beim Parkplatz vom früheren Venedigerblick-Sessellift der bezeichnete Weg rechts abbiegt. Am westlichen Ufer des Meßelingbaches gehen wir durch ein Holzgatter und folgen dem Weg Nr. 512 ziemlich steil bergauf. Weiter oben unterschreiten wir mehrmals die ehemalige Sessellift-Trasse und treffen nach knapp 1,5 Stunden bei der früheren Bergstation ein, von der sich uns ein fantastischer Blick ins Innergschlöß, aufs Schlatenkees und die Venediger-Trabanten bietet.

Von der Bergstation wandern wir Richtung Grünseehütte über blütenreichen Weiderasen, der von Bachläufen durchzogen ist. Neben einem Wasserfall des Meßelingbachs windet sich der Weg in Serpentinen zum Kar hinauf, in dem der Grünsee (2.246 m) liegt. Beim nur 3,5 m tiefen Grünen See, der oftmals mit Scheuchzers Wollgras bewachsen ist, vereinigt sich der Weg mit dem St. Pöltener Ostweg und führt uns nun nach Norden hinauf zum Schwarzen See (2.344 m) und weiter zum Grauen See (2.500 m). Wir steigen links hinauf Meßelingscharte (2.563 m), wo sich uns erneut ein wunderschöner Blick zum Venedigermassiv bietet. Der Weg führt nun leicht bergab. Beim Alten Tauern (2.498 m, Abzweigung zum Hochgasser) sehen wir hinunter auf die Karseen im obersten Pinzgauer Felbertal. Wir folgen dem Bergkamm nach links über einen kurzen, seilgesicherten Steilanstieg auf den Weinbichl. Das letzte Stück zum Felbertauern geht es steil bergab über Hangschutt. Kurzer Gegenanstieg zur St. Pöltener Hütte über das Tauernkreuz.

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